AD/HS bei Erwachsenen

Was ist das?
AD/HS bedeutet, die Welt auf eine andere Art zu sehen, schon in der Kindheit das Gefühl zu kennen, anders zu sein.

Das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom, AD/HS, ist keine Krankheit, sondern eine genetisch bedingte Wahrnehmungsstörung, die es schon immer gab und die von Generation zu Generation vererbt wurde. Aber erst in den letzten 3 Jahrhunderten haben sich unsere Lebensbedingungen so geändert, dass diese früher nützliche, zumindest nicht nachteilige Erbanlage, heute zu einem echten Problem wurde. AD/HS ist eine der häufigsten psychischen Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter. Früher glaubte man, AD/HS wächst sich aus. Aber mehr als ca. zwei Drittel der Betroffenen leiden auch im Erwachsenenalter unter mehr oder weniger deutlichen Symptomen des AD/HS. Häufig sind es Chaos zu Hause und am Arbeitsplatz, starke Stimmungsschwankungen, Jähzorn, Beziehungsprobleme und Suchterkrankungen, die einen hohen Leidensdruck verursachen und in eine Therapie führen. Viele Eltern kommen auch erst über die Diagnose ihres Kindes auf die Idee, selbst betroffen zu sein.

Symptomatik
Mit zunehmendem Lebensalter ändert sich auch die Symptomatik: Aus dem Zappelphillip kann der Extremsportler werden bzw. ein Mensch, der durch gefährliche Aktivitäten, z.B. zu schnelles Autofahren, ständig den „Kick“ sucht. Unangepasstes Verhalten zeigt sich als Unfähigkeit zur Pünktlichkeit. Die Unfähigkeit, Konzentration willentlich zu steuern, führt dazu, dass wichtige Informationen verpasst werden und es nicht gelingt, länger zuzuhören. Andererseits besteht auch die Neigung sich so in eine Sache verbeißen, dass alles andere ausgeblendet wird.

Die Betroffenen sind sehr kreativ und haben meist viele gute Ideen. Sie fangen etliche Projekte gleichzeitig an, verzetteln sich aber dabei und bringen letztlich nichts wirklich zu Ende. Oft bestehen große Probleme eine Arbeit zu beginnen und mangelhafte Handlungsplanung wegen des schlechten Zeitgefühls führt zu erheblichen Problemen am Arbeitsplatz.

Aber es gibt auch eine Menge Stärken: teilweise Hochbegabung auf bestimmten Gebieten, Einfühlsamkeit und Charisma, große Tierliebe, Kreativität, Multitasking, problemlösendes Denken, Pragmatismus und Stehvermögen.




Behandlung/Therapie

  • Medikamente, Sport und harte körperliche Arbeit helfen bei: Gestörter Impuls-. Aktivitäts-, Aufmerksamkeits- und Gefühlsstörung.
  • Coaching hilft bei: mangelhaftem Bewusstsein für die eigenen Emotionen, negativem Selbstbild, mangelnder Handlungssteuerung, fehlendem Zeitverständnis.
  • Psychotherapie hilft: die Folgeschäden des AD/HS wie Sozialängste und vernichtendes Selbstwertgefühl zu lindern, die individuellen Kompensationsmechanismen zu stärken und die vorhandenen Stärken herauszuarbeiten und zu fördern.
  • Paartherapie bzw. Familientherapie verhilft: zum Verständnis der Problematik und führt so zur Deeskalation von Auseinandersetzungen. Der Partner als Coach ermöglicht so die Planung von strukturellen Veränderungen der Alltagsroutine.