Stieffamilienproblematik

Welches Wort kommt Ihnen als erstes in den Sinn, wenn Sie die folgenden Worte lesen: Stiefmutter, Stiefvater, Stiefkind, Stieffamilie?

Vielleicht versuchen Sie ja, "vorurteilsfrei" zu reagieren und Ihre tief sitzenden Assoziationen zu verscheuchen und den scheinbar tief sitzenden und hochwahrscheinlichen Antworten wie "böse", "missbrauchend", "schlecht behandelnd", "unglücklich" oder "nicht so gut wie..." auszuweichen.

Aber die meisten von uns begleiten diese Bilder und Assoziationen schon seit unserer frühesten Kindheit, als wir zum ersten Mal die Geschichten von Aschenputtel, Dornröschen und Hänsel und Gretel hörten. Diese Stieffamiliengeschichten formen unsere Erfahrungen und Beziehungen.

Stieffamilien werden noch immer irgendwie als von der Norm abweichend betrachtet, was oft so viel heißt wie mangelhaft, verglichen mit der Norm einer "traditionellen Kernfamilie".

Aufgrund veränderter wirtschaftlicher Bedingungen und hoher Scheidungsraten kann man jedoch sagen, dass die Stieffamilie die vorherrschende Lebensform des 21. Jahrhunderts ist.

 




Stieffamilien kommen in Therapie, wenn sie durch ihr Familienleben beunruhigt, verletzt oder verärgert sind. Das gegenwärtige Erleben steht dann nicht im Einklang mit den schon von früher bestehenden Erwartungen der Familienmitglieder. Meine Aufgabe ist es hier vor allem, mit der Familie zu klären, wer sie füreinander sind und welche Bindungen bestehen. Es gilt Hoffnungen in den Familiengeschichten zu entdecken und gemeinsam neue Wege zu finden.